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Selfleadership braucht Dringlichkeit

Selfleadership braucht Dringlichkeit
by Heinz Peter Wallner

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Womit soll ich bloß anfangen?

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Selfleadership braucht einen Anfang. So war die Grundthese in meinem Artikel [Selfleadership und der Anfang] formuliert. Nach einigen Wochen voll mit anderen Dingen auf meiner Agenda, ist es nun wieder an der Zeit, die Thematik „Selfleadership“ aufzunehmen und die Gedanken weiter zu entwickeln. Heute geht es um den Zeitaspekt, den wir Dringlichkeit nennen. Die These lautet: Selfleadership braucht Dringlichkeit.

Das Bild ist in zwei Hälften geteilt. Die linke Bildhälfte zeigt ein Foto einer alten Taschenuhr aus Gold. Die Zeiger zeigen 5 Minuten vor 12 Uhr an. Die rechte Bildhälfte zeigt eine tiefblaue Fläche mit dem weißen Text: „SELF-LEADERSHIP und die Dringlichkeit“. Zusätzlich der Name des Autors Dr. Heinz Peter Wallner und der Slogan: Learning to change. Inspiriert von Peter Sloterdijk.

Woher kommt die Dringlichkeit?

Wer es verstanden hat, bei sich anzufangen, und somit sich und seine eigene Entwicklung „startklar“ zu machen, ist potenziell im offenen Raum angekommen. Mit dem ersten Impuls können wir Fahrt aufnehmen. Wir verabschieden uns dann von der Drift und den Zufälligkeiten des Lebens und haben eine erste Handlung gesetzt. Unsere Entwicklung hat eine Richtung bekommen. Wenn wir uns auf ein Ziel zubewegen und dabei schneller sein wollen als uns der Zufall voranbringt, dann erhält aus unserer Perspektive die Zeit eine wichtige Rolle. Die „Zeit beginnt, uns zu drängen“.

Aber, wo es Termine gibt, dort gibt es auch Reihenfolgen und Wichtigkeitsgrade, folglich müssen „first things first“ erledigt werden, dann gibt es die Differenz zwischen Fahrt und Drift, und dann wird auch klar, dass das Handeln immer Fahrtcharakter hat, denn sein Prinzip besteht darin, schneller zu sein als die Drift in der Zufallsströmung“

(Peter Sloterdijk, S.113)

Notwendigkeit einer Entscheidung

Die möglichen Dinge, die es zu tun gibt, stapeln sich vor uns auf. Es gibt Leichtes und es gibt Schweres zu tun, das wirklich Relevante für unsere Entwicklung ist dabei aber immer das Unaufschiebbare. Wir müssen eine Entscheidung treffen! Vor einer wirksamen Initiative müssen wir uns mit den Dringlichkeiten beschäftigen.

Der Impuls, anzufangen, darf nicht am Stapel der Möglichkeiten enden. Aus den Optionen die dringlichste zu erkennen, ist unsere Herausforderung. Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch sehr genau weiß, was als Erstes zu tun ist. Was ist das Aufgeschobene, das Verdrängte, das Unattraktive, das uns daran hindert, uns zur ersten Tat – zur ersten Initiative – zu enthemmen?

Macht über uns selbst

Wer diesen Punkt aus der Wolke der Dringlichkeiten herausfinden kann, der beginnt eine Spur von Macht über sich selbst zu empfinden. Wir begegnen der Macht am Ort der Entscheidung über Dringlichkeiten. So ist es in allen Belangen unserer eigenen Entwicklung und so verhält es sich in jeder Organisation. Wir finden die Macht am Ort der Entscheidung. Wenn andere darüber entscheiden, was dringlich ist, so haben sie Macht über uns.

Über die Schwere der Welt

Nach der Entscheidung setzen wir unsere Initiative, wir kommen in Bewegung und somit in den „Fluss des Lebens“. Unser Handeln entfaltet sich also durch unsere Entscheidungen, die sich aus unserer Einschätzung der Dringlichkeiten ergeben. Daher fühlt sich unser aktives Leben auch oft so schwer an. Wir arbeiten gegen die Trägheit und heften uns somit an die dauernde Anstrengung. Entwicklung entpuppt sich als ständiges Ringen mit Widerständen. Wir spüren den Energiebedarf, den der Antrieb in Richtung Ziel für sich veranschlagt. Somit können wir der Selbstführung – dem Selfleadership – eine neue Bedeutung geben.

Bedeutung von Selfleadership

Selfleadership meint ein „zur Welt kommen als Führungskraft“, gegen den Strom der Widerstände und durch die Engstelle der Dringlichkeiten. Wir sind erfolgreich, wenn wir dabei schneller ans Ziel kommen als in der Drift des Zufalls.

Mein Tipp für Führungskräfte

Anfangen! Selfleadership ist kein „nice once I do it…“, es ist eher wie bei Jean-Paul Sartre: To do is to be! Am Anfang steht der Wunsch, als Führungskraft ganz mit dem Führungsleben in Kontakt zu kommen und alle Freude und Schwere in Kauf zu nehmen. Und gleich im nächsten Zug geht es um eine Entscheidung, mit dem Dringlichen, dem Notwendigen zu beginnen. Dafür ist eine Entscheidung zu treffen: Womit fange ich an? Was nehme ich mir auf meine Agenda? Was kann ich mit mir selbst „nicht verhandelbar“ vereinbaren, was ich auf jeden Fall – koste es, was es wolle – zur Umsetzung bringe?

Herzlich,

Heinz Peter Wallner

 

Wollen Sie sich mit sich selbst als Führungskraft beschäftigen und Ihre Entwicklung mutig in die Hand nehmen? Mein Buch wird Ihnen helfen, den Weg der ganzheitlichen Entwicklung zu gehen. Geben Sie sich selbst die Chance, das Beste aus Ihren Potenzialen zu machen. Heinz Peter Wallner, Kurt Völkl, 2017, Fokus Self-Leadership. Gesunde und wirkungsvolle Selbstführung in Zeiten hoher Komplexität, Edition Summerhill.

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Wollen Sie auch theoretisch tiefer gehen? Ich empfehle Ihnen: Peter Sloterdijks Gedankenfeuerwerk „Zur Welt kommen – Zur Sprache kommen“, Frankfurter Vorlesungen, edition suhrkamp, Band 505, 12. Auflage, 2017. Diese Gedanken haben mich bei diesen Zeilen inspiriert und angeleitet.

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Dr. Heinz Peter Wallner Learning to change! Dem Wandel begegnen, Komplexität meistern, auf höhere Ebenen kommen! Führungskräftetrainer, Organisationsentwickler, Buchautor, Vortragender, mit 20 Jahren Berufserfahrung. Leadership, Self -Leadership und Persönlichkeitsentwicklung, Umgang mit Veränderung und hoher Komplexität (VUCA Welt), Leading Change, Entscheidungsfindung und neue emotional-intuitive Führungskompetenzen für agile Führungsformen. Das ganzheitliche und kreative Design wird Sie überraschen. Web: www.hpwallner.com Büro: Schönborngasse 4/5, 1080 Wien, Österreich Mobil: +43-664-8277375 Office: +43-664-8277376 Mail: wallner [at] trainthe8.com Office: office [at] trainthe8.com

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