HR Prof. DI Kurt Völkl
Nachruf für Kurt Völkl: 23.3.1953 bis 21.1.2026
Ich nehme Abschied von einem Freund, der mein Leben über zwei Jahrzehnte begleitet hat. Was einst als Kundenbeziehung begann, wurde zu einer tiefen Freundschaft, getragen von Vertrauen, Respekt, Neugier und wechselseitiger Anerkennung.
Wir haben uns sehr regelmäßig am immer gleichen Platz getroffen, um Gedanken zu teilen, Fragen zu diskutieren und unsere Perspektiven zu wechseln. Aus diesen Gesprächen ist viel entstanden: fünf gemeinsame Bücher und noch viel mehr an Inspiration, was sich nicht in Büchern ausdrücken lässt.
Du warst mir ein ganz besonderer Freund. Du wirst mir fehlen und ich danke Dir herzlich!
In lieber Erinnerung, Peter
Prof. DI Kurt Völkl war Generaldirektor in der SV, Lehrender an der KF-Universität Graz und mehrfacher Sachbuchautor.

Fotocredit: Kurt Völkl
MANAGEMENT UND LEADERSHIP IN TURBULENTEN ZEITEN
Das systemische Denken war seine Grundlage
Wo liegt unser Problem? Warum sind wir (geworden), wie wir sind? Der Schriftsteller Reinhard P. Gruber richtet in der Corona-Krise einen Appell gegen Denkverbote. Sein Buch „Anders denken“ ist ein Aufruf, die Welt neu zu erfinden, zumindest in Gedanken. Das Ziel dabei lautet: „mehr Menschlichkeit, Zusammenhalt bzw. Zusammenarbeit“, nichts hinnehmen, alles hinterfragen, nachdenken, was zu den herrschenden Systemen geführt hat, nämlich die Sehnsucht nach Ordnung. „Vor uns stehen die Alternativen, nie hinter uns“ meint R.P. Gruber, der mit seiner Aussage „Steirerblut ist kein Himbeersaft“ bekanntlich nahe an der Wahrheit schreibt!

Leadership und Kultur waren seine Leidenschaft
Peter Druckers „Das Richtige tun“ gilt nicht nur für das Leadership in Organisationen,
sondern auch für uns selbst. Selbstführung ist Selbstermächtigung. Nochmals: Die alte Organisation ist von und für Bürokraten gemacht; sie ist innovationsfeindlich. Sie drängt Erneuerung an den Rand, sie verträgt keine Kritik, weil diese eine Veränderung des Status quo mit sich bringt und die Zustandserhaltung als heilig gilt.
StanisÅ‚aw Lem: „Jetzt bist du mit dem Kopf durch die Wand, was machst du jetzt in der Nachbarzelle?“
Gutes Leadership ist selten, zumal Generationen von mechanistischen Managern sich ihre System-Erhalter herangezogen haben. Die Arbeit der Zukunft wird individuell sein, Kreativität und Innovationsfähigkeit einfordern. Und die Organisationen, die hier erfolgreich mitspielen werden, sind jene, die ihren MitarbeiterInnen Selbstständigkeit und Selbstorganisation ermöglichen; sie verspricht den zukünftigen „Selbst-ArbeiterInnen“ jenen Freiraum, in dem sich Talente erst entfalten können.
„train the eight®“ – unser Entwicklungsmodell, das uns verbunden hat
Das Modell „train the eight“ (TT8) beschreibt Entwicklungsvorgänge als Zyklus entlang einer liegenden Acht. Das Entwicklungsmodell ist ganzheitlich, weil es den Menschen in seiner Komplexität integriert. Bei dieser Entwicklung geht es um Geist-Herz-Resonanz, um Entscheidungen, um konkretes Handeln und um das Lernen. Sie sind Führungskraft, Sie sind „unternehmerisch“ tätig, Sie haben eine verantwortungsvolle Position, Sie bereiten sich als Potenzialträger auf eine Führungsverantwortung vor oder Sie interessieren sich aus anderen Gründen für einen sinnvollen und wirksamen Entwicklungsweg? Lernen Sie sich und Ihre Organisation neu kennen und begreifen Sie sich und Ihre Organisation als „übendes Wesen“. „Die Vorfreude auf den nächsten eigenen Zustand ist das, worauf es beim Lernen ankommt“, meint der Philosoph Peter Sloterdijk (Wallner, Völkl, 2019).


