Home Blogartikel Persönliche Entwicklung braucht alle Zeiten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig

Persönliche Entwicklung braucht alle Zeiten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig

Home Blogartikel Persönliche Entwicklung braucht alle Zeiten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig

Persönliche Entwicklung braucht alle Zeiten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig

by Heinz Peter Wallner

Warum sollten wir zwischen Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit unterscheiden?

 

Die Illusion der Zeit - Dodo Kresse

 

Viele spirituelle Lehrer weisen uns den Weg ins Jetzt, in die Gegenwart, in den immerwährenden und lebensfüllenden Augenblick. Alles ist jetzt, im Hier. Die Zeit ist eine Illusion, die unser Geist schafft und die mit unserer Existenz in dieser Form verbunden ist. Nicht aber, dass uns nur die Weisheitslehren Wege aus dem Gefängnis der Zeit aufzeigen, es ist auch die moderne Physik, die Physik des Microkosmos (die Quantenphysik) und die Physik des Macrokosmos (die ART – Allgemeine Relativitätstheorie), die uns den Zeitpfeil relativiert. Physiker haben Theorien entwickelt, in denen die von uns erlebte Asymmetrie der Zeit nur ein lokales Phänomen darstellt. Wir erleben die Zeit mit unserer Wahrnehmungsfähigkeit zwar nur in eine Richtung, was aber anderswo im Universum genau umgekehrt abläuft (Spektrum der Wissenschaft). Wir kennen unsere Vergangenheit, nicht aber unsere Zukunft. Mit der Asymmetrie der Zeit einher geht eine mysteriöse Größe der Physik, die wir Entropie nennen. Es ist ein Maß für die Unordnung der Dinge. Einfach gesagt: Die Entropie erklärt, warum ein zerbrochenes Ei sich nicht wieder selbst zusammenfügt und warum sich die Unordnung in unseren Wohnungen ausbreitet aber  für die Ordnung immer Energie aufgebracht werden muss. Die Zeit läuft von der Vergangenheit in die Zukunft und die Entropie (die Unordnung) nimmt dabei zu. Während aber gegen die Entropiezunahme ein genügend hoher Energieeintrag immer wieder für Ordnung sorgen kann, so ist gegen das Fortschreiten der Zeit kein uns bekanntes Kraut gewachsen. Was uns bleibt ist die Meditation, in der wir, sofern wir sie zur Meisterschaft bringen, die Zeit aufheben können. Für eine bestimmte Zeit versteht sich 🙂


Was hat das nun mit persönlicher Entwicklung und Change Management zu tun?

In meinem Blogartikel: Kraft aus Visionen oder Kraft aus dem Jetzt? Einem Widerspruch auf der Spur stelle ich verschiedene Modelle der Entwicklung des Menschen und der Organisation (change management) zur Diskussion. Während die einen sehr zukunftsorientiert sind und über positive Visionen rückwirkend die Gegenwart beeinflussen wollen, sind die anderen vergangenheitsorientiert und beginnen die Lösungen für heute durch Aufarbeitung der Erlebnisse gestern bis hin in die führe Kindheit zurück zu finden. Ähnlich von der Thematik her stelle ich im Artikel: Von der Zukunft und Vergangenheit her fühlen die unterschiedlichen Entwicklungszugänge für den Menschen dar und plädiere für ein „Interbeing“ durch Zusammenführung von Lern- und „Fühlvorgängen“.

Immer wenn wir uns als Mensch entwickeln wollen, dann  müssen wir eine Entscheidung treffen, ob wir in unserer Vergangenheit beginnen und uns den erlittenen Schmerzen zuwenden, oder ob wir uns von der Vergangenheit abkoppeln indem wir uns in die Zukunft beamen und uns von dort als Mensch neu erfinden. Die dritte Möglichkeit besteht natürlich in der weisesten aller Formen der Entwicklung, nämlich in der Vertiefung und Versenkung in das ewige Sein, in das große Wissen, in die Alleinheit, in das Feld der Schöpfung, in das Bewusstseinsfeld, in die Stille, in den Geist Gottes, in Gott, in Atman, in …  wie auch immer benannt. Da hat wohl jeder Übende seine Begrifflichkeit gefunden.

Sitzen im Schatten der Mangobäume oder Entwicklung im Schwerefeld der Leistungsgesellschaft?

Die dritte Möglichkeit der Entwicklung durch die Übung der Versenkung ist in unserer hektischen Zeit wohl immer zum Vorteil und wird niemandem schaden. Wer im Schwerefeld der Leistungsgesellschaft dem Stress erliegt, dem tut eine Auszeit „unter dem Mangobaume“ einfach gut. Eine einseitige Vertiefung in eine der Varianten (1. Vergangenheit, 2. Zukunft) hingegen, kann auch zum Nachteil gereichen. Wer zu tief in der Vergangenheit gräbt und den Geist durch alte Dramen lähmt kann auf das Leben im Jetzt ebenso vergessen wie jener, der sein Heil in der Zukunft sucht und sich von Visionen, „Secrets & Co“ das Hirn allzu sehr vernebeln lässt. Alle Wege und alle Möglichkeiten mögen gut sein und uns nützen. Ich spreche mich nur gegen eine einseitige, allzu asymmetrische Bearbeitung des Zeitpfeiles aus. Genau diese Asymmetrie halte ich für Trug.

Weil ich das Entweder-oder gerne durch ein Sowohl-als-auch ersetze, sehe ich den ganzheitlichen Weg der Entwicklung durch eine integrierende Bearbeitung der eigenen Lebensspur auf dem Zeitpfeil. Spuren, die ich hinterlassen habe sind für mich ebenso bedeutsam, wie Spuren, die ich noch nicht gezogen habe, die der Sand aber schon kennt. Und ebenso wichtig wie die Spuren gestern und morgen sind mir die Spuren, die ich gerade eben hinterlasse, die Jetztspur. Dieser Fußabdruck ist im Status Nascendi, er ist noch nicht manifestiert, aber er ist auch kein Gedanke mehr. Er entsteht im Augenblick unter meinen Füßen. Und genau hier sind wir mitten im Leben, mitten in der ständigen Augenblicksgeburt, die ewig andauert. Bedeutsam sind das Jetzt und dieses Tun, das im vollendeten Einklang mit dem Augenblick steht und das jeden Zweck verliert, weil das Tun allein schon die Erfüllung bringt. Im Augenblick brauchen wir zwischen Gegenwart und Zukunft nicht zu unterscheiden, alles was war und alles was je sein wird, alles ist jetzt. Mit dieser Art „Sutra“, wie das Eckhart Tolle (von dem ich das alles gelernt habe) nennen würde, könnte ich endlich aufhören zu schreiben und Sie könnten aufhören zu lesen. Alles ist gesagt. Wenn Sie aber Ihren Geist jetzt ebenso wenig abstellen können wie ich, dann lesen Sie eben einfach weiter. Gelassenheit ist wichtig.

Feiern wir das Interbeing auf der liegenden Acht?

Die liegende Acht bietet uns als Symbol der ganzheitlichen Entwicklung ein Interbeing an, das zum gelassenen Spiel mit den Zeitpolen Vergangenheit und Zukunft einlädt und uns immer wieder in den Augenblick, in die Gegenwart, zurückholt. Wie wir uns das vorstellen können?

Mensch in Entwicklung in Zeitinterbeing - train the eight - hpwallner

Mensch in Entwicklung in Zeitinterbeing – train the eight – hpwallner

Eine liegende Acht (ein Symbol für Change Management) hat einen Ursprung, eine Mitte, ein Zentrum. Dieser Ursprung symbolisiert die Gegenwart, den Augenblick. In den beiden Schleifen der liegenden Acht können wir links und rechts je einen Brennpunkt, einen Pol einzeichnen. Der rechte Pol steht für die Zukunft, der linke Pol für die Vergangenheit. Wenn wir unsere Entwicklung als Schwingung entlang der liegenden Acht verstehen, dann beginnen wir aus der Mitte heraus und holen weit in die Zukunft aus. Dort entwickeln wir attraktive Bilder von uns, wie wir sein wollen, was wir sein wollen. Wir formulieren unsere Lebensvision, unseren Lebenstraum, unseren Lebenswunsch (1: Geist, neues Denken). In diesem Zukunftsstatus sind wir frei von den Lasten der Vergangenheit, vergessen aber nicht den Augenblick zu spüren. Weil aus diesem Bild der Zukunft und dem damit verbundenen tiefen Gefühl beziehen wir jene Kraft, die uns in der Gegenwart schüttelt, rührt und somit positiv verändert (2: Herz, neue Haltung). Die Spannung zwischen dem Jetzt und der Zukunft hängt nur davon ab, wie weit wir uns vorwagen und wie kühn unsere Wünsche sind, die wir an das Universum herantragen. Aber eben diese Spannung bringt uns die Energie für die Transformation.

Nach diesem Ausflug in die Zukunft kommen wir entlang der Schleife in den Ursprung – in den Augenblick zurück. Im nächsten Zug schwingen wir nach links oben und tauchen ins konkrete Tun ein (3: Bewegung, neues Tun). Dieses Tun aber hat die Vergangenheit als Zentrum, weil sich jedes Tun aus unseren Erfahrungen der Vergangenheit heraus entwickelt. Gewohnheiten sind um den Pol der Vergangenheit gewickelte Muster. Im vierten und letzten Quadranten auf unserer Achterbahnfahrt (4: Form, neue Erkenntnis) sind wir mitten im Reflektieren und Bewerten unseres vergangenen Tuns. Diese Analyse ist eine Beschäftigung mit der Vergangenheit, aus der wir durch Erkenntnisgewinn jenen Tropfen Essenz auszupressen wünschen, der uns hilft zu leben und unser Leben zu verbessern. Auch nach diesem Schwung in die Vergangenheit kommen wir in den Ursprung des Augenblicks zurück.

Einen solchen Durchlauf entlang der liegenden Acht bezeichne ich als eine „Interation der Entwicklung“. Hier wird auf der Stelle klar, dass eine wahre Weiterentwicklung sich uns nur dann eröffnet, wenn wir bereit sind, diese Schwingungen oft zu wiederholen. Das gilt für Mensch und Organisation (im change management). Wir müssen unsere eigene Veränderung erst als Prozess in der liegenden Acht verstehen lernen und dann üben. Übung führt zur Meisterschaft, womit jetzt wirklich alles gesagt ist.  Fast zumindest, weil sich noch ein Gedanke formt und geschrieben werden will. Nämlich: Eines versteht sich von selbst. Wir sind (ich bin) nicht ergebnisbesessen, weil es kein „Ergebnis“ geben kann. Was immer auch entsteht ist ein fließender Zwischenstand aus einer ersten Interation, der noch viele Wiederholungen folgen. Wir sind im Fluss oder besser gesagt, wir bleiben im ständigen Schwingen auf der liegenden Acht und entwickeln uns weiter. Gestern, heute und morgen, also Jetzt.

Und der erste Schritt? Einfach nach rechts oben in die Zukunft ausschwingen! Gutes Gelingen.

Herzlich,

Ihr Heinz Peter Wallner

© 2010, H.P.Wallner

 

Weitere Blogempfehlungen:

Blogempfehlung:  Souveränität, Führung, Coaching – Holger Eckstein

Blogempfehlung:  mind steps, Coaching – Constantin Sander

Blogempfehlung:  Leben, Internet – Bianca Gade

Blogempfehlung:  Malerei und Kunst – Dodo Kresse

Bitte empfehlen Sie den Artikel – so er Ihnen gefällt – bitte weiter. Herzlichen Dank!


Dr. Heinz Peter Wallner Learning to change! Dem Wandel begegnen, Komplexität meistern, auf höhere Ebenen kommen! Führungskräftetrainer, Organisationsentwickler, Buchautor, Vortragender, mit 20 Jahren Berufserfahrung. Leadership, Self -Leadership und Persönlichkeitsentwicklung, Umgang mit Veränderung und hoher Komplexität (VUCA Welt), Leading Change, Entscheidungsfindung und neue emotional-intuitive Führungskompetenzen für agile Führungsformen. Das ganzheitliche und kreative Design wird Sie überraschen. Web: www.hpwallner.com Büro: Schönborngasse 4/5, 1080 Wien, Österreich Mobil: +43-664-8277375 Office: +43-664-8277376 Mail: wallner [at] trainthe8.com Office: office [at] trainthe8.com

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.