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Musik als Spiegel des Unternehmens

Mein langjähriger Firmenpartner Dr. Kurt Schauer hat kürzlich für unseren „trainthe8“-Newsletter einen spannenden Artikel geschrieben. Dabei verbindet er seine Leidenschaft zur Musik mit dem Thema Führung und Management. Die Analogien sind so spannend, dass ich ihm sofort angeboten habe, den Artikel als Gastbeitrag auf meinem Blog zu veröffentlichen. Lesen Sie hier, wie Musik vielleicht auch Ihren Unternehmensalltag bereichern kann!

Source: iStock

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Autor des Gastbeitrages: Kurt Schauer

Musik berührt und bewegt und ist im Alltag heute fast allgegenwärtig, ob im Kaufhaus, im Auto oder im Restaurant. Und doch wird sie als Lehrmeisterin für Führungskräfte praktisch nicht genutzt. Genauer betrachtet, können wir aber durch sie viel für unseren Unternehmensalltag lernen.

Ich singe, solange ich zurückdenken kann, ob im Chor oder alleine unter der Dusche. Ich bin kein professioneller Musiker, aber ich bin ein mich Hingebender, dem die Musik etwas über das Leben sagt. Und genau diese Erfahrung will ich gerne mit Ihnen teilen. Denn, anders als in grauer Theorie, können wir auf diese Weise auf eine ganz erfrischende Art etwas über den Führungsalltag lernen. Was zeichnet eine gute Band, einen guten Chor oder eine gute Aufführung aus? Der Eindruck von Leichtigkeit. So wie der Zuseher eines Balletts den Eindruck von Leichtigkeit bekommt, ergeht es auch den Zuhörern von Musik. Wir bekommen nie das Gefühl, dass diese Leistung anstrengend wäre. Wie selbstverständlich und leicht geht das Gehörte von Zunge und Hand. Es ist ein Vergnügen, wenn wirklich gute Musiker mit einer Leichtigkeit und Freude uns als Zuhörende verzaubern. Echte Spitzenleistung wird zumeist als Leichtigkeit gefühlt.

Die Entdeckung der Leichtigkeit

Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass sehr oft die musikalisch einfachen Stücke bei den Menschen am besten ankommen. Wenn der Satz (d.h. die Art und Weise wie die Melodie von den anderen Stimmen umwoben, unterstützt, herausgefordert oder betont wird) letztlich zu kompliziert ist, vor allem für die Sänger selbst, verliert das Ganze die Leichtigkeit und das spüren die Menschen. Was sagt uns das für den Führungsalltag? Ist Leichtigkeit im Führungsalltag überhaupt ein Thema? Wir stopfen alles immer voller, mehr Instrumente, mehr Controlling, mehr Sitzungen, mehr, mehr … Da ist keine Leichtigkeit! Und das spüren wir selbst und auch unsere MitarbeiterInnen. Wenn wir von der Musik lernen wollen, dann heißt dies also die Leichtigkeit zu entdecken, also wieder das in den Blick zu nehmen, was eine Stimmung des Wollens, der Freude, der Begeisterung, der unbedingten Leistung erzeugt. Denn Leichtigkeit ist ein Zeichen der Exzellenz, in ihr wird selbst das Komplizierteste zur ganz selbstverständlichen Sache.

Die Schwere des Führungsalltags

Allein der Begriff „Führungsalltag“ zieht hinunter. Obwohl es dabei um nichts weniger geht als um die Freude, gemeinsam mit unseren Leuten ein Stück aufzuführen und dabei das Publikum ( = Kunden) zu begeistern.  Manchmal habe ich das Gefühl, dass Führung schwer erscheinen muss, damit sie überhaupt als Leistung erkannt wird. Aber glauben Sie mir als Musiker, es ist genau umgekehrt. Was schwer erscheint, ist keine Spitzenleistung, kein Genuss, keine Exzellenz.

Der besondere Moment

Erkunden Sie mit uns diese Leichtigkeit – es lohnt sich genauso wie ein gutes Konzert. Auch wenn Sie 100 mal dasselbe Stück gehört haben, es gibt Momente, wo plötzlich etwas anders ist, wo Sie spüren, dass Sie hier einen besonderen Moment erleben. Genau das sollten unsere MitarbeiterInnen in unseren Unternehmen und unsere Kunden durch unsere Leistungen erleben. Ein Tipp von mir: Hinterfragen Sie alles, was schwer erscheint.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Kurt Schauer

 

 

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Autor: Heinz Peter Wallner

Dr. Heinz Peter Wallner: Führungskräftetrainer, Management-Ratgeber, Buchautor und Vortragender mit 20 Jahren Erfahrung. Führungskräfte stehen heute vor ganz neuen Herausforderungen, die eine hoch komplexe, extrem dichte Arbeitswelt mit sich bringt. Viele sind an ihrer Belastungsgrenze angekommen und dennoch bleiben viele Probleme ungelöst. Das liegt daran, dass herkömmliche Führungs- und Managementkompetenzen nicht mehr ausreichen. Es braucht Kompetenzen für den Umgang mit hoher Komplexität. Das ist ein neues Terrain für Führungskräfte auf allen Ebenen des Managements. Wählen Sie aus meinen speziellen Trainingsangeboten in den Bereichen Leadership, Self Leadership und Persönlichkeitsentwicklung, Umgang mit Veränderung und hoher Komplexität (VUCA Welt), Leading Change, Entscheidungsfindung und neue emotional-intuitive Führungskompetenzen für agile Führungsformen aus. Gemeinsam stellen wir das passende Führungskräftetraining und ein erfahrenes Team zusammen. Das ganzheitliche und kreative Design wird Sie überraschen. Web: www.hpwallner.com Wallner und Schauer GmbH Hauptstraße 23/1/24 A-8301 Laßnitzhöhe Austria

5 Kommentare

  1. Ein schöner Artikel.
    Eine schöne Vorstellung auch, dass es im „Führungsalltag“ „um nichts weniger geht als um die Freude“. Mich würde interessieren, wieviel Führungskräfte dem zustimmen.
    Und auch der Satz „Was schwer erscheint, ist keine Spitzenleistung“ gefällt mir sehr. Und dann stellt sich gleich wieder die Frage: Und was ist mit dem Alltag, der eben nicht von Spitzenleistungen geprägt ist, ist der dann schwer?
    Liebe Grüße
    Ingo

  2. Auch wenn das der Blog von Heinz-Peter Wallner ist, so möchte ich gerne antworten. Zuerst danke für die Rückmeldung. Wieviele wohl zustimmen, war die Frage. Da halte ich es ganz biblisch – und gäbe es einen Gerechten … Genau das ist mein Anliegen, dass mehr Menschen so denken, fühlen und leben, denn dann werden es die anderen auch ERLEBEN.
    Und die zweite Frage nach dem Alltag: Ja stimmt das überhaupt, dass der Alltag nicht von Spitzenleistung geprägt ist? Gerade beim Proben lernt man viel darüber. Ich kann jede Probe dankbar mit Lust und Freude annehmen wieder ein Stück reifer zu werden, dem Klangideal, das ich in mir trage näher zu kommen, oder einfach nur richtig zu atmen – oder aber ich kann das als verlorene Zeit abbuchen, weil anstrengend, es ja nur die anderen nicht können usw. Im ersten Fall habe ich selbst im Alltag – also der Probenzeit in der der Musik – eine berauschende Leichtigkeit und letztlich ein Spitzenleistung hingelegt, weil z.B. meinem Klangideal bei vielleicht nur einer Stelle wieder ein Stück näher gekommen bin.
    Ich hoffe, das ist für einen Nicht-Musiker nachvollziehbar. Und natürlich gelingt das keinem jedes Mal, das ist klar. Aber je mehr im Ensemble diese Haltung in sich haben und den anderen dabei helfen, desto mehr schafft sich diese Leichtigkeit Raum.
    Und das ist es was es in Analogie in den Führungsteams braucht.
    Glauben Sie mir- die Musik zeigt uns, dass die alte Weisheit wahr ist: “Es sind unsere Einstellungen, nicht die Umstände, die uns zu schaffen machen!”

    Kurt Schauer

  3. Vielen Dank für die ausführliche und schnellen Antworten.
    Die wesentlichen Begriffe sind für mich „Alltag“, „Leichtigkeit“ und „Spitzenleistung“. Ich kann Ihren Argumenten durchaus folgen und doch irritieren sie mich. Vor allem ist mir nicht klar, warum es eine (überdurchschnittliche) Spitzenleistung sein soll, in der alltäglichen Probe am Ausdruck zu arbeiten. Irgendwie passen Alltag und Spitzenleistung nicht zusammen.
    Soweit ich Sie verstehe, geht es Ihnen darum, der Quälerei und der Suche nach negativen Umständen zu misstrauen und der Leichtigkeit mehr Raum zu geben. Lust und Freude ist demzufolge nicht Ausdruck von fehlender Disziplin, sondern Ausdruck einer guten Einstellung zur Leistung. Für mich bleiben da noch Fragen offen, aber es hört sich gut an.
    Viele Grüße
    Ingo Diedrich

  4. Ja genau darum geht es mir! Und Irritation ist ein ganz wesentliches Element guter Musik, die hat sich immer über das hinausbewegt, was gerade Zeitgeist war.
    Ein super Video zu Musik und Management dazu finden Sie unter https://www.youtube.com/watch?v=hGF6E0R5tj4. Dort werden mit Einspielungen unterschiedlicher Dirigierstile vorgestellt und was das jeweils verändert. Ich glaube ich für Menschen, die sich nicht für Klassik interessieren eine lohnenswerte Inspiration. Viel Vergüngen1
    Und ja, es ist gut wenn Fragen offen bleiben 🙂
    Stimmungsvolle Momente
    Kurt Schauer

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