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Gibt die Krise der nachhaltigen Entwicklung eine Chance?

Die Finanzkrise ist in Wirklichkeit nur ein kleiner Aspekt der wahren Krise. Vielleicht ist sie ein auslösendes Moment für ein kräftigeres Beben gewesen, nie aber bildet sie den Kern der Krise selbst, in der wir uns im Westen – sicherlich schon viele Jahre – befinden (siehe meinen Beitrag: Wir unterscheiden zwischen Steuer- und Zielkrisen! Januar 5, 2009). Wir sind in einer Zielkrise, die einer neuen Entwicklung – nach dem Paradigma der nachhaltigen Entwicklung – eine Chance geben könnte.

Dieses Entwicklungsparadigma beleuchtet drei Bereiche:

  1. Das Paradigma der nachhaltigen Entwicklung zeigt die Grenzen des Wachstums auf und pocht auf unsere rationale Wahrnehmung (auf die wir sonst so stolz sind!?). Unsere Welt lässt nicht jedes Spiel der Menschen zu, es gibt Regeln und Naturgesetze, die aufgezeigt werden (das setzt ein höheres Bewusstsein und ein ganzheitliches Denken voraus).
  2. Das Konzept bietet Alternativen zum herkömmlichen Wachstum an. Eine Form der Alternativen ist rational begründet und unserer heutigen Denklogik entsprechend. Hierzu zählen beispielsweise innovative Technologien, etwa die Faktor 10+ Technologien, die bei gleich bleibender Wohlstandleistung alle „Flüsse“ reduzieren.
  3. Eine andere Form der Alternativen ist ganzheitlich begründet. Hierzu zählen neue Formen des Zusammenlebens, neue Werthaltungen, neue Bedürfniskategorien der Menschen und Überlegungen zur Suffizienz. Hier geht es im Kern um ein neues Bewusstsein der Menschen und um Sinn. Hier liegt unsere größte Chance.

Die Reaktionen auf die derzeitige Krise, die in der Welt der Wirtschaft großflächig wahrzunehmen sind, geben aber zunächst keinen Grund für Optimismus. Dass die Wirtschaft in vielen Bereichen auch eine eher gegenteilige Entwick­lung einnimmt, mag verunsichern und viele Fragen aufkommen lassen. Oft scheint es, dass gerade die Hardliner wieder mehr an Boden gewinnen und sich doch wieder durch­setzen können. Mehr Liberalisierung bei gleichzeitiger Inanspruchnahme staatlicher Subventionen, eine noch klarere Lossagung von regionalen Bindungen und Verantwortungen, erneute kurzfristige Gewinnmaximierung und Ausbeutung von Mensch und Mitwelt, auch diese Zeichen können wir – neben den vielen positiven – sehen und spüren.

Viele Unternehmen scheinen den Druck der Krise für Rationalisierungen zu nutzen und setzen auf das tote Pferd der Effizienz. Das hilft gar nicht weiter und lindert nur kurzfristig den Schmerz. Wer aber orientierungslos ist, setzt gerne auf Bekanntes und huscht noch einmal zurück in der Vergangenheit, um der wahren Veränderung, die eine gute Zukunft einfordert, noch einmal zu entkommen. Auch wenn wir die gesellschaftliche Entwicklung betrachten, gibt es viele Zeichen, die das Gegenteil einer ganzheitlichen Entwicklung aufzeigen. Der weltweite Terro­rismus, der neue Fundamentalismus, die krankhafte Egomanie der westlichen Gesellschaft und deren Machtspiele sind Beispiele, die Hoffnungen versiegen lassen. Nach­haltige Entwicklung kann aus dieser Perspektive als eine romantische, weltfremde Ge­dankenwelt verstanden werden, die keine Chance auf Realisierung hat!?

Es sind aber auch gute Entwicklungen zu sehen, sehr viele sogar, es braucht dazu nur eine höhere Wahrnehmung und das Licht in den richtigen Räumen.  Wir dürfen also ruhig beide Seiten wahrnehmen und auch in unserer Einstellung des Öfteren die Seite wechseln. Im Übergangsraum – den jede Krise öffnet – und in dem wir uns befinden, ist dieses Wechselspiel der Gefühle, der Wechsel der Perspektiven normal und willkommen. Die Welt der Nachhaltigkeit folgt aus einer Gesellschaft, die ein ganzheitliches Welt­bild schrittweise annimmt. Eine solche Welt ist keine Ansammlung schamanischer Heiler, bunter Esoterikläden und romantischer Naturgestalten, sondern eine Welt, deren Menschen ein höheres Bewusstsein erreicht und ein neues Denken in Zusam­menhängen gelernt haben.

„Als EntscheiderIn in Unternehmen und Organisationen sind Sie für die Begegnung mit der Zukunft verantwortlich. Sie stehen an der Spitze der Organisationen und haben den Blick nach außen, in die Umwelt, auf den Markt, auf die Krise(n) und in die ungewisse Zukunft. Aber wie begegnen Sie heute der Zukunft?“

Wie immer Sie sich entscheiden wollen, eines steht fest:  Das ganzheitliche Denken macht auch vor der Strategie der Unternehmen nicht halt. Im Gegenteil. Hieraus wird sich der Erfolg der Zukunft nähren.

Zitate aus: Business Agenda 21, oekom Verlag, 2004, von Heinz Peter Wallner, Kurt Schauer und Dodo Kresse

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Autor: Heinz Peter Wallner

Dr. Heinz Peter Wallner: Führungskräftetrainer, Management-Ratgeber, Buchautor und Vortragender mit 20 Jahren Erfahrung. Führungskräfte stehen heute vor ganz neuen Herausforderungen, die eine hoch komplexe, extrem dichte Arbeitswelt mit sich bringt. Viele sind an ihrer Belastungsgrenze angekommen und dennoch bleiben viele Probleme ungelöst. Das liegt daran, dass herkömmliche Führungs- und Managementkompetenzen nicht mehr ausreichen. Es braucht Kompetenzen für den Umgang mit hoher Komplexität. Das ist ein neues Terrain für Führungskräfte auf allen Ebenen des Managements. Wählen Sie aus meinen speziellen Trainingsangeboten in den Bereichen Leadership, Self Leadership und Persönlichkeitsentwicklung, Umgang mit Veränderung und hoher Komplexität (VUCA Welt), Leading Change, Entscheidungsfindung und neue emotional-intuitive Führungskompetenzen für agile Führungsformen aus. Gemeinsam stellen wir das passende Führungskräftetraining und ein erfahrenes Team zusammen. Das ganzheitliche und kreative Design wird Sie überraschen. Web: www.hpwallner.com Wallner und Schauer GmbH Hauptstraße 23/1/24 A-8301 Laßnitzhöhe Austria

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