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Geschäftsmodelle zukunftsfähig gestalten

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Geschäftsmodelle zukunftsfähig gestalten

by Heinz Peter Wallner

Nichts Langfristiges weit und breit, alles ist im Wandel.

Lernen in der liegenden Acht - "train the eight"

Lernen in der liegenden Acht – „train the eight“

Tausende stimmen ein in den Twitterchor  – ich bin eine Stimme davon – dass es so nicht weiter gehen kann. Wir leben in einer Zeit der substanziellen Veränderung der Welt, eine Veränderung die so tiefgehend ist, dass wir von einem Weltbildwandel sprechen können, wie er nur in Zyklen von mehreren hundert Jahren erkennbar ist.  Der Übergang vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild ist ein solches Beispiel. Der jetzige Weltbildwandel betrifft erneut unsere Vorstellung von Welt. Die mechanistische Vorstellung der Welt weicht seit einigen Jahrzehnten langsam der ganzheitlichen, holistischen Vorstellung. Die ganzheitliche Sicht der Welt kann aus den modernen Wissenschaften ebenso abgeleitet werden wie aus den esoterischen Schriften. Ich bin ein großer Fan von Literatur, die diese Konvergenz aufzeigt. Fritjof Capra und Gregg Braden kennen sehr viele. Eher unbekannt aber ist Franz Moser (Bewusstsein in Raum und Zeit), einer meiner frühen Lehrer.


„Das alte, klassische Weltbild ist mechanistisch. Die Welt wird als berechenbar, planbar, beherrschbar, als Maschine verstanden. Der Mensch verfügt über die Natur. Dieses Weltbild geht seinem Ende entgegen. Das neue Weltbild ist ganzheitlich. Die Welt ist komplex, ein großes Ganzes, und entzieht sich den linearen Berechnungen und Planungen. Der Mensch reintegriert sich in die Natur im Denken und Handeln, er ist nicht Teil der Natur sondern er ist Natur. Er versteht sich als Evolution, als Selbstorganisation der Welt. Dieses Weltbild entsteht.“ (Zitat aus: Das LILA Management Prinzip, 2009, Signum)

Mehr über den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Weltbild finden Sie hier.

Die Welt wird sich jedenfalls radikal verändern und daran – so nehme ich es wahr –gibt es nur sehr wenig Zweifel. Das neue Weltbild prägt einen neuen Menschen und eine neue Bewusstseinsebene in der Evolution wird erreicht und daran – so nehme ich es wahr –gibt es eine ganze Menge Zweifel. Die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner in einer Diskussion über die Auswirkungen auf die Wirtschaft würde hier wohl zu folgendem Ergebnis führen:

  1. Die Bedürfnisse der Menschen und Erwartungen an das Leben ändern sich, weil neue Entwicklungen neue Perspektiven ins Leben bringen. Das können wir sicher annehmen.
  2. Die Wirtschaft muss sich stärker mit Fragen der gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung auseinander setzen. Hier stehen wir auf festem Grund.
  3. Die Architekturen der Wertschöpfung werden sich weiterhin radikal verändern. Von der Rohstofffrage bis zur Mobilität wird alles anders werden. Darauf können wir bauen.
  4. Die Art und Weise wie und womit ein Unternehmen sein Geld verdient, wird sich durch aktuelle Entwicklungen (Kapitalmarktkrisen, Einkommensschere, Bottom-of-the-Pyramid, …) ebenso verändern. Daran ist nicht zu rütteln.

Die eher klassischen Auseinandersetzungen mit der Frage des Geschäftsmodells gehen von drei Komponenten aus, auf denen ein solches Modell beruht:

  1. Nutzenversprechen
  2. Wertschöpfungsprozess
  3. Ertragsmodell

Wenn wir die Punkte miteinander verschneiden, so wird sofort klar, dass eine solche substanzielle Veränderung der Welt, die Wirtschaft und ihre Geschäftsmodelle radikal verändern wird. Auf der Ebene der Unternehmen können wir den Veränderungsprozess mit der Diskussion, wohin sich die  Geschäftsmodelle entwickeln, beginnen. Aus meiner Sicht reichen hier oberflächliche Querdenker-Ansätze und „Gurke in der Dose“ Ideen nicht aus, weil oft die besten Geschäfteideen auf die nachhaltige Entwicklung vergessen. Zukunftsfähige Geschäftsmodelle müssen ganzheitlich hinterfragt und neu entwickelt werden. Patrick Stähler führt dazu einen sehr empfehlenswerten „Business Model Innovation Blog“.

Ich möchte die liegende Acht – meinen „train the eight“ Ansatz für change management – nutzen und das Business Model im Geist-Herz-Bewegung-Form Zyklus diskutieren. In diesen Bedeutungsräumen lassen sich die klassischen drei Säulen des Geschäftsmodells wunderbar einordnen.  Im Raum des Geistes (Neues Denken), der Ideen finden wir den Ursprung jedes Unternehmens und jedes Business Models. Es ist der Wert für den Kunden, das Nutzenversprechen. Im Raum der Bewegung (Neues Tun) ist die Zuordnung ebenso einfach wie klar. Hier finden wir die Art und Weise, wie der Nutzen erzeugt und erbracht wird. Es ist dies der Raum, wo wir die Architektur der Wertschöpfung festlegen und die Wertschöpfungsprozesse innovieren. Im Raum der Form (Neue Erkenntnis), im Raum des Erfolges, finden wir – nach der Evaluierung, der Bilanzierung – den Ertrag. Der vierte Quadrant ist also der Raum, wo wir das Ertragsmodell neu diskutieren.  Frei bleibt der Raum des Herzens (Neue Haltung), was auch kaum verwundert. In diesem Raum würde ich eine vierte Komponente des Geschäftsmodells sehen und sie mit „Die gesellschaftliche und soziale Verantwortung“ beschreiben. Somit wird in dieser Betrachtung das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) zur tragenden Säule des Geschäftsmodells.

Ganzheitliches Geschäftsmodell in "train the eight"

Ganzheitliches Geschäftsmodell in „train the eight“

Jeder Strategieprozess, jeder change management prozess, im „train the eight“ Programm beginnt mit einem gemeinschaftlichen Dialog der Führungskräfte über das Business Modell. Wir können zunächst im Geist-Herz-Bewegung-Form Zyklus die Prinzipien des sinnvollen Wirtschaftens formulieren und sie zugleich als große Ziele festlegen:

Eine ganzheitliche Geschäftsidee schafft Werte bei Kunden und Partnern, sie leistet einen Beitrag zur Integration von Unternehmen, Mensch und Gesellschaft durch Übernahme gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung, sie führt zu einem vernetzten Wertschöpfungsprozess, der in die Potenziale und Grenzen der Natur integrierbar ist und sie führt zu einem fairen Erfolg für das Unternehmen.

Mit folgenden Fragen können im Dialog das derzeitige Geschäftsmodell hinterfragt und die großen Entwicklungsrichtungen festgelegt werden:

GEIST – Neues Denken:

HEUTE: Welchen Nutzen stiften Sie heute bei Ihren Kunden und Partnern? Wofür werden Sie bezahlt?

MORGEN: Welchen Wert stiften wir morgen bei unseren Kunden und Partnern? Mit welchem Nutzen fördern wir Menschen und leisten einen Beitrag zu einem guten Leben?

HERZ – Neue Haltung:

HEUTE: In welcher Form nehmen wir gesellschaftliche und soziale Verantwortung wahr?

MORGEN: Welchen Sinn stiften wir morgen in der Gesellschaft? Wie nehmen wir künftig gesellschaftliche und soziale Verantwortung wahr und machen sie zur tragenden Säule unseres Geschäftsmodells?

BEWEGUNG – Neues Tun:

HEUTE: Wie erbringen wir heute die Wertschöpfung? Wie sieht der Prozess aus?

MORGEN: Wie gestalten wir morgen unseren Wertschöpfungsprozess in einer Weise, die eine vollständige Integration in die Natur und Ihre Kreisläufe ermöglicht? Wie können wir die Vernetzung erhöhen?

Form – Neue Erkenntnis:

HEUTE: Wie und wo verdienen wir heute unser Geld?

MORGEN: Wie gestalten wir morgen unser Ertragsmodell, sodass wir einen fairen Erfolg einfahren können? Wie können wir unsere Erträge langfristig sichern und sinnvoll reinvestieren?

Aus meiner Erfahrung reichen diese Fragen aus, um einen wirklich substanziellen Dialog mit Führungskräften über ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell zu führen.

Hier noch ein paar Beispiele für ganzheitliche Geschäftsmodelle, die den Herzquadranten (die gesellschaftliche und soziale Verantwortung) integriert haben:

Beispiele von Unternehmen mit ganzheitlichen Geschäftsmodellen:
GECO GREEN ENERGY CONTRACTING GMBH
SONNENTOR Kräuterhandels GmbH
Ing. Erwin Thoma Holz GmbH
Rogner Bad Blumau
Waldviertler Werkstätten GmbH

Mein „train the eight“ Partner Kurt Völkl und ich werden im August 2011 einen „train the eight“ eWorkshop zu diesem Thema produzieren, der ab Dezember 2010 auf unserem change management Portal „train the eight“  erhältlich sein wird.

Herzliche Grüße,

Ihr Heinz Peter Wallner

@hpwallner Wir leben in einem turbulenten Meer der Schwankungen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Ein Erwachen schon.  => folgen Sie mir bitte auf Twitter 🙂


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Dr. Heinz Peter Wallner Learning to change! Dem Wandel begegnen, Komplexität meistern, auf höhere Ebenen kommen! Führungskräftetrainer, Organisationsentwickler, Buchautor, Vortragender, mit 20 Jahren Berufserfahrung. Leadership, Self -Leadership und Persönlichkeitsentwicklung, Umgang mit Veränderung und hoher Komplexität (VUCA Welt), Leading Change, Entscheidungsfindung und neue emotional-intuitive Führungskompetenzen für agile Führungsformen. Das ganzheitliche und kreative Design wird Sie überraschen. Web: www.hpwallner.com Büro: Schönborngasse 4/5, 1080 Wien, Österreich Mobil: +43-664-8277375 Office: +43-664-8277376 Mail: wallner [at] trainthe8.com Office: office [at] trainthe8.com

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