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Ganzheitliches Führungskräftetraining – Ideenskizzen für Verantwortliche in der Personalentwicklung

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Ganzheitliches Führungskräftetraining – Ideenskizzen für Verantwortliche in der Personalentwicklung

by Heinz Peter Wallner

Ganzheitliches Führungskräftetraining

Es wird viel diskutiert, welche Zukunft das Führungskräftetraining haben kann. Wie immer gibt es Menschen, die vorhandenes abschaffen möchten und es gibt solche, die es beibehalten wollen. Das ist der Lauf der Dinge und es entspricht ganz unserer Grundaporie „verändern – bewahren“. Ich persönlich glaube an die Bedeutung guter Führungskräfte und somit auch an den Fortbestand von Entwicklungs- und Trainingsmaßnahmen. Wenn wir das Beste aus beiden Sichtweisen mit in die Zukunft nehmen, liegen wir sicher nicht ganz daneben. Ein neues, mehr „ganzheitliches Führungskräftetraining“ kann dazu einen Beitrag leisten.

Hier finden sie einige meiner ersten Gedankenskizzen und natürlich wie immer eine Präsentation auf Slideshare zum freien Download.

Und wofür brennen Sie? BILD - das Bild zeigt eine Aufnahme eines Vulkankraters. Das Feuer ist als liegende Acht dargestellt. Im Hintergrund ist ein blauer Himmel und ein Sonnenuntergang zu sehen. Es ist ein Marketingbild für das Konzept Train the eight.

Und wofür brennen Sie? (train the eight)

Die neue Führungskräfteausbildung

Immer häufiger fragen mich Verantwortliche in der Personalentwicklung von  Unternehmen, wie eine „neue“ Führungskräfteausbildung aussehen könnte. Wir müssen uns etwas vollkommen Neues überlegen, ist die häufige Meinung. Bevor wir aber die neue Ausbildung überhaupt besprechen können, sollten wir fragen: Was müssen Führungskräfte heute lernen? Darauf einmal eine schnelle Antwort:

Komplexität zähmen, Menschen als Menschen verstehen, Ganzheitlichkeit tief inhalieren, Corporate Sustainability als einzige Chance erkennen.

Diese Antwort ist nicht vollständig, aber sie beinhaltet schon eine wichtige Botschaft. Die klassischen Führungsaufgaben des Managements werden in Zukunft nicht mehr ausreichen. Es war die Aufgabe der Gutverwalter, das Beste aus einem Gutsbesitz herauszuholen. In der heutigen Zeit stehen wir meist vor spannenden Transformationen. Der Gutsverwalter muss sein Ledersofa verlassen und nach neuen Wegen suchen. Und er muss die Widersprüche zwischen verändern und bewahren, zwischen Sorge und Pioniergeist, zwischen Steigerung und Ankunft und noch viel mehr ausbalancieren. Wir sprechen hier von Leadership anstatt von Management. Der Gutsverwalter wird ein Seiltänzer.

Hier einige neue Herausforderungen für Führungskräfte:

(inspiriert von Prof. Dr. Peter Kruse):

  • Steigende Komplexität verändert die Anforderungen von Führungskräften
    Erkennen von Zusammenhängen, Mustererkennung zur Reduktion von Komplexität, Umgang mit verringerter Planbarkeit, verschwimmende Ursache-Wirkung Beziehungen, Nutzung der kollektiven Intelligenz (Intelligenz der Vielen) als Notwendigkeit, Reflexion als entscheidende Kompetenz, Intuition als Kompetenz für Entscheidungen.
  • Verlagerung der Macht verändert das größere Spiel der Führungskräfte
    In vernetzen Systemen entscheidet der Nachfrager, Märkte sind Dialoge geworden, emotionale Resonanz ist neuer Erfolgsfaktor, es gilt: „willkommen in der Mitmachgesellschaft“, die Führungskraft als Teilnehmer im Netzwerk und als Impulsgeber, Autonomie und Eigendynamik ist wichtiger als Hierarchie, Kooperation ist der Erfolgsfaktor.
  • Höhere Instabilität braucht mehr Veränderungsbereitschaft von allen Menschen in Unternehmen
    Arbeitsverhältnis als Passage im Lernweg des Lebens, Führungskraft als Begleiter und Coach, in Netzwerken abnehmendes Zugehörigkeitsgefühl zur Organisation; instabile Phasen werden intensiver, länger und häufiger: daher ist „Leading Change“ die Herausforderung. Es braucht ein neues und agiles MINDSET
  • Menschen mit neuen Bedürfnissen wollen anders geführt werden
    Empowerment ist das neue Zauberwort; Attraktivität vor Loyalität; Leadership ist inspirierend, richtungsweisend, ausrichtend im Team; Self-Leadership wird die zentrale Herausforderung; Empathie, gelingende Beziehungen; dem Leben, der Arbeit, der Organisation einen Sinn geben; dabei nicht auf Zeitgeister hereinfallen; Achtsamkeit üben. Überhaupt wird ÜBEN wichtiger als LERNEN.

Was wichtiger wird und daher im Führungskräftetraining behandelt werden muss:

  • Mehr Klarheit: Ganzheitliches Weltbild, ganzheitliches Menschenbild, Sustainable Development, SDGs
  • Alt bekannt: Systemdenken, denken in vernetzten Systemen,
  • Neu im Führungskontext: Verständnis von Komplexität und Nichtlinearität, Mustererkennung, Selbstorganisation
  • Wie schon länger bekannt: Veränderungswissen, Umgang mit instabilen Situationen, Führen von Menschen in Veränderungsprozessen, „Leading Change“ statt „Change Management“
  • Neu im Führungskontext: Entscheiden in komplexen Situationen, intuitive Entscheidungskompetenzen, intuitives Prozessieren, iterative Dialoge, Nutzung der Schwarm-Intelligenz
  • Vielleicht ganz zentral für unsere Zukunft: Emotionale Resonanz, Empathie und Dialogfähigkeit (zuhören), Konfliktlösung und Kommunikation, Balancieren von Widersprüchen
  • Erfolgsrelevant: Gestaltung von lebendigen Beziehungen und vertrauensvollen Bindungen, Menschen emotional berühren und erreichen; Schaffung von „attraktiven Arbeitsplätzen“
  • Richtung Augenhöhe: Demokratisierung und Nutzung der Intelligenz der Menschen als Basiskompetenz
  • Der Anfang der Entwicklung: Persönlichkeitsentwicklung und Selbstführung als Grundlage jeder Menschenführung (Self-Leadership)
  • Eine Einsicht: Interne Komplexität schaffen durch schnelles Lernen aus unmittelbaren Feedbacks, Lerndialoge, Peer-Groups
  • Für eine gute Zukunft: Corporate Sustainability, ganzheitliche Business Modelle, Tripple Bottom-Line, Soziale und gesellschaftliche Verantwortung (CSR = Corporate Social Responsibility)
  • Damit es allen gut geht: Ganzheitliche Gesundheit, gesundes Führen, Umgang mit Stress, Stressheilung.
  • U.a.m. – es sind eben nur erste Skizzen.

Und was ist jetzt zu tun?

Wie können nun all diese Schlagworte in ein Leadership-Programm gegossen werden? Da komme ich auf den einleitenden Satz zurück: Komplexität zähmen, Menschen als Menschen verstehen, Ganzheitlichkeit tief inhalieren, Corporate Sustainability als einzige Chance erkennen.

In ihm steckt in Wirklichkeit alles drinnen, was wir brauchen und darauf lässt sich ein wirksames, ganzheitliches Führungskräftetraining aufbauen. Damit aber kein neuer Wein in alte Schläuche abgefüllt wird, sollten wir die Programme ebenso an neue Bedürfnisse anpassen. Dazu einige Ideenskizzen.

Skizzen für ein ganzheitliches Führungskräftetraining

  • Keine isolierten Programme, sondern Experimentierräume schaffen und parallel am schlagenden Herzen operieren. Die Ausbildung wird extern (in der Parallelarena) und mitten in der Organisation (in der Routinearena) stattfinden.
  • Großgruppendialoge zu den heißen Themen, Diskussionen voller Emotionen, gemeinsames Lernen in neuen Formaten sind für mich Bestandteile jeder modernen Führungskräfteentwicklung.
  • Spaß muss sein. Regelmäßige Events, beispielsweise ein humorvoller Austausch im Pecha Kucha-Format zur wechselseitigen Inspiration.
  • Attraktive Lernatmosphären schaffen, außergewöhnliche Lern- und Trainingspfade begehen.
  • Flow-Teams, die als Peergroups Aufgaben bearbeiten und kreative Methoden der Selbstorganisation nutzen; visuelle Gestaltung von Themen; Symbole, Bilder und Geschichten nutzen
  • Einsatz neuer Medien: Podcasting, Videosequenzen, Slideshare-Portale, Content Curation in Teams, Webinare, eWorkshops und webbasierte Lernplattformen

Selbst nutze ich seit langer Zeit schon die Lernplattform BLINK.it mit sehr guten Rückmeldungen. Für ein einfaches Beispiel zur Demo clicken Sie hier:
Blink.it – HPWALLNER

Tipp für HR-Verantwortliche

Meinen Sie nun, das alles geht bei Ihnen nicht? Ich habe dazu eine Erfahrung gemacht. Es ist in Organisationen meist viel mehr möglich, als wir es uns je getrauen, zu versuchen. Natürlich sind die aktuellen Strategien entscheidend dafür, was Führungskräfte brauchen. Aber ohne den neuen Spirit, den die Welt gerade unter Anstrengungen gebärt, scheint mir alles nur Zeit- und Geldverschwendung zu sein.

Wer auf den Spirit der Ganzheitlichkeit auch morgen noch verzichtet, wird aufgrund der Einseitigkeit seines mechanistischen Denkens untergehen.

Das Neue aber öffnet sich nicht einfach so. Wir müssen dafür einstehen, dafür kämpfen, Niederlagen in Kauf nehmen und alles geben. Aber auch das ist eine Erkenntnis: Wir haben viel mehr zu geben, als wir je gegeben haben. Wenn wir von Führungskräften verlangen, mutig an die Grenzen zu gehen, dann müssen wir ihnen etwas bieten, was sie die Grenzen erkunden lässt.

Herzlich,

Heinz Peter Wallner

 

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Die Inhalte können Sie auch als Präsentation zum freien Download abrufen:

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Dr. Heinz Peter Wallner Learning to change!Dem Wandel begegnen, Komplexität meistern, auf höhere Ebenen kommen!Führungskräftetrainer, Organisationsentwickler, Buchautor, Vortragender, mit 20 Jahren Berufserfahrung. Leadership, Self -Leadership und Persönlichkeitsentwicklung, Umgang mit Veränderung und hoher Komplexität (VUCA Welt), Leading Change, Entscheidungsfindung und neue emotional-intuitive Führungskompetenzen für agile Führungsformen. Das ganzheitliche und kreative Design wird Sie überraschen.Web: www.hpwallner.com Büro: Schönborngasse 4/5, 1080 Wien, Österreich Mobil: +43-664-8277375 Office: +43-664-8277376 Mail: wallner [at] trainthe8.com Office: office [at] trainthe8.com

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